Der Begriff „Neurodiversität” beschreibt die natürlichen Variationen in der Funktionsweise des menschlichen Gehirns und in der Art, wie Menschen die Welt erleben. Der Begriff wurde Ende der 1990er-Jahre von der Soziologin Judy Singer geprägt und stellt die traditionelle Sichtweise infrage, dass neurologische Unterschiede automatisch ein Defizit oder eine Störung darstellen. Stattdessen betont das Konzept, dass diese Unterschiede ein ebenso wertvoller und legitimer Teil menschlicher Vielfalt sind – mit eigenen Stärken, Perspektiven und Ausdrucksformen.


Der Begriff „Neurodiversität” umfasst ein breites Spektrum neurologischer Profile, zu denen beispielsweise Autismus, ADHS, Legasthenie und Dyspraxie gehören. Dieses Paradigma entfernt sich vom defizitorientierten Denken und hin zu einer Wertschätzung unterschiedlicher kognitiver Stärken und Seinsweisen.


Zwar legte die Neurodiversitätsbewegung zunächst ihren Schwerpunkt auf Autismus, mittlerweile hat sie sich jedoch auf ein breiteres Spektrum neurokognitiver Erfahrungen ausgeweitet.





Unterschiede in der sensorischen Verarbeitung


Unterschiede in der sensorischen Verarbeitung sind ein wichtiger Aspekt der Neurodiversität und treten besonders häufig bei Erkrankungen wie Autismus, ADHS und Dyspraxie auf. Die Art und Weise, wie Menschen sensorische Reize aus ihrer Umgebung und ihrem Körper wahrnehmen, interpretieren und darauf reagieren, wird von diesen Unterschieden beeinflusst.

Sie können alles beeinflussen, von der Aufmerksamkeit und Emotionsregulation bis hin zum körperlichen Wohlbefinden und sozialen Engagement.



Neurodivergente Menschen nehmen die Welt möglicherweise anders wahr, verarbeiten Informationen anders und reagieren anders auf Reize als neurotypische Menschen. Diese Unterschiede können sowohl Hindernisse als auch Vorteile mit sich bringen – je nach Kontext und verfügbarer Unter-stützung.


Neurodiversität wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Im Bildungsbereich können neurodivergente Schüler durch differenzierten Unterricht und flexible Unterstützung erfolgreich sein. Am Arbeitsplatz können inklusives Design und individuelle Anpassungen verstecktes Potenzial freisetzen und die Teamdynamik verbessern.


Meine Arbeitsweise:


Meine Grundwerte – Autonomie, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Kreativität – bilden den Kompass meines Coaching-Ansatzes. So können sich neurodivergente Ratsuchende gesehen und verstanden fühlen.


In der neurodiversitätsorientierten Praxis geht es um Authentizität – die Erlaubnis, sich voll und ganz zu zeigen, Unsicherheiten zu benennen und zwischen-menschliche Beziehungen aufzubauen. Meine Ratsuchenden profitieren nicht davon, dass ich als Coach „alles im Griff habe”, sondern davon, dass ich Selbst-vertrauen, Grenzen und Offenheit vorleben kann. Eigenes Nichtwissen ist Teil des Prozesses und ich bin stets offen für entsprechendes Feedback.


  • Schaffung einer sensorisch freundlicher Coaching-Umgebung (z. B..natürliche und/oder dimmbare Beleuchtung, Geräuschunterdrückung)
  • Auswahl an Sitzgelegenheiten (z. B. Stühle, Kissen, Stehpulte), und Materialien in verschiedenen Formaten an (z. B. visuell, auditiv, taktil).
  • Erfassung von Auslöser und Präferenzen in verschiedenen Umgebungen (z. B. Zuhause, Arbeit, Soziales).
  • Unterstützung, die sensorischen Bedürfnisse am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Öffentlichkeit selbstbewusst zu artikulieren.
  • Entwicklung personalisierter Regulationsstrategien und  Grounding-Techniken (z. B. beruhigende Düfte, Bewegungspausen)
  • usw.


ACHTUNG:


Für psychische Störungen mit Krankheitswert wird eine psychotherapeutische Hilfestellung benötigt. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Hausarzt oder an einen Psychiater, Psychologen o.ä.!